VCD: Umwelt- und Verkehrsminister Mappus muss Blockade des Lärmschutzgesetzes beenden
Presseinformation Nr. 11/05 vom 19. April 2005
Verkehrsclub zum Tag gegen Lärm am 20. April 2005
VCD: Umwelt- und Verkehrsminister Mappus muss Blockade des Lärmschutzgesetzes beenden
Maßnahmen gegen Verkehrslärm verringern Feinstaubbelastung
Zur Zeit reden alle vom Feinstaub. Doch nicht nur die verkehrsbedingte Staubbelastung, sondern auch der Verkehrslärm hat gravierende negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit. Darauf weist der baden-württembergische Landesverband des Verkehrsclubs Deutschland e.V. (VCD) anlässlich des morgigen Tages gegen Lärm hin.
Werner Korn, Geschäftsführer des VCD: "Jeder sechste Deutsche ist einem erhöhten Herzinfarktrisiko durch Straßenverkehrslärm ausgesetzt. Mehrere Hunderttausend Menschen sind in Deutschland insbesondere durch Nachtfluglärm in ihrer Gesundheit beeinträchtigt. Außerdem verringert permanenter Verkehrslärm die Lebensqualität, erschwert Arbeiten und Lernen und mindert den Wert von Immobilien."
Ausgerechnet am morgigen
Tag gegen Lärm tritt der Vermittlungsausschuss des
Bundesrates zu einer entscheidenden Sitzung zusammen: Auf
dem Programm steht das Gesetz der Bundesregierung zur
Umsetzung der EU-Umgebungslärmrichtlinie. Diese
Richtlinie setzt Fristen für die Erstellung von
Lärmkarten und Lärmminderungsplänen, die zur
Bekämpfung der wesentlichen Lärmquellen dienen
sollen. Für Ballungsräume mit mehr als 250.000
Einwohnern müssen die Lärmkarten bis
spätestens Juni 2007 und Lärmminderungspläne
bis spätestens Juli 2008 vorgelegt werden.
Der VCD fordert Umwelt- und Verkehrsminister Stefan Mappus (CDU) auf, seine parteipolitisch motivierte Blockadehaltung gegen die Umsetzung dieses wichtigen Gesetzes aufzugeben. Werner Korn: "Nur um Umweltminister Jürgen Trittin einen Erfolg zu verwehren, müssen Hunderttausende Menschen weiter unter krankmachendem Lärm leiden. Denn Maßnahmen gegen Lärm werden derzeit nicht ergriffen, weil der Bundesrat das Inkrafttreten des Gesetzes blockiert."
Der VCD verweist auf den Zusammenhang zwischen Feinstaub und Verkehrslärm. Werner Korn: "Schritte zur Verringerung der Feinstaubbelastung, wie Geschwindigkeitsreduzierungen, Lkw-Fahrverbote und die Förderung von Fuß-, Rad und öffentlichem Nahverkehr, tragen gleichzeitig dazu bei, Verkehrslärm zu reduzieren. Wir fordern die Kommunen deshalb auf, sich nicht erst in zwei Jahren mit der Lärmbekämpfung zu beschäftigen, sondern bereits heute Luftreinhaltung und Verkehrslärmbekämpfung zu verknüpfen. Damit geht man zwei Probleme gleichzeitig an und spart obendrein Kosten."
Lärmbetroffene können beim VCD einen Lärm-Aktionskoffer ausleihen, der unter anderem ein einfach zu bedienendes Lärm-Messgerät enthält.
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