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VCD wirft Stuttgart 21-Sprecher Drexler Ignoranz vor

Presseinformation Nr. 34/2009, Stuttgart, 30. November 2009

Realitätsferne Einschätzungen zu Stuttgart 21 und Neu­bau­strecke Wendlingen - Ulm

Der Umweltverband Verkehrsclub Deutschland (VCD) e.V. beklagt die Ignoranz von Stuttgart 21-Sprecher Wolfgang Drexler ge­gen­über fundierter Kritik von Bahn­experten. Die bundesweit von Michael Holzhey diskutierten Forderungen, Stuttgart 21 zu stoppen und zwischen Stuttgart und Ulm güterverkehrstauglich auszubauen, sind nach Ansicht des VCD völlig richtig. Wolfgang Drexler hingegen missachte die Fakten und träume sich sein Stuttgart 21-Luft­schloss zurecht.

VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb sagte: "Alle Bahnexperten, die nicht direkt am Stuttgart 21-Tropf hängen, sind sich einig, dass der Tunnelbahnhof falsch und die Neubaustrecke fehlgeplant sind. Nicht nur im Hinblick auf die garantierte Kosten­explosion müs­sen die Planungen sofort eingestellt werden."

Die Kritik des Bahnexperten Michael Holzhey, der Ausbau der Rhein­talbahn leide unter Stuttgart 21, ist aus VCD-Sicht nicht von der Hand zu weisen. "An der Rhein­talbahn wird seit 1987 gebaut - bis 2004 wurden 45 Kilometer fertiggestellt, weitere 10 Kilometer sind derzeit im Bau. Die Gesamtlänge beträgt aber 182 km. Wird im gleichen Tempo weitergebaut, ist die Rheintalbahn also erst im Jahr 2056 fertig­gestellt", rech­ne­te der VCD-Landesvorsitzende Matthias Lieb vor. "Dabei wurden in den ver­gan­ge­nen Jahren im Schnitt gerade die von Herrn Drexler genannten 80 Mio. Euro pro Jahr aus­ge­ge­ben. Dies zeigt, dass für eine rasche Fertigstellung der Rhein­tal­bahn bedeutend höhere jährliche Mittel als bisher zur Verfügung gestellt werden müssten - diese Mittel sind aber derzeit für Stuttgart 21 verplant", erklärte Matthias Lieb.

Die bisher gebauten Abschnitte der Rheintalbahn, die in der Ebene ohne Tunnel angelegt worden seien, kosteten pro Kilometer rund 32 Mio. Euro, so der VCD. Für die Neubaustrecke Wendlingen - Ulm (Länge 60 Kilometer, davon 30 Kilometer Tunnel) würden derzeit offiziell 2,0 Mrd. Euro Baukosten veranschlagt - pro Kilometer also rund 33 Mio. Euro. Dies zeige, dass die Kosten der Neubaustrecke viel zu niedrig kalkuliert seien. Insbesondere die Tunnelstrecken sind nach Einschätzung des VCD nicht ausreichend berücksichtigt.

Die Aussagen Wolfgang Drexlers zum Güterverkehr über die Neu­bau­strecke Wendlingen - Ulm sind aus VCD-Sicht nicht auf der Höhe der Zeit: "Herr Drexler irrt auch bei seiner Einschätzung zum Gü­ter­verkehr über die Neubaustrecke - die aktuelle Studie der IHK-Stutt­gart zum Schienengüterverkehr kommt zum Ergebnis, dass der Güterverkehr über die Neubaustrecke nicht wirtschaftlich zu betreiben ist", so Matthias Lieb.


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